Wenn Worte fehlen: Kunst als Sprache traumatisierter Kinder
Ausstellung „Sprache der Seele“ in der MEDICLIN Klinik am Vogelsang läuft noch bis 6. Dezember

v.l.n.r: Alexandra Böhme, Sandra Löffler, Mona Kizilhan, Oezge Poyraz, Heidi Bäumgen, Bettina Limberger und Professor Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan
Donaueschingen, 27. November 2025. Am vergangenen Mittwoch wurde die Ausstellung „Sprache der Seele“ in der MEDICLIN Klinik am Vogelsang eröffnet. Veranstaltet wurde die Vernissage in Kooperation mit Kurator Ingo Nitzsche sowie der Kinder-Mal- und Theatergruppe ZELELE SASEBA aus Stühlingen. Gezeigt werden Werke von Kindern verschiedener Herkunftsländer. In ihren Bildern drücken sie aus, wofür Worte oft fehlen. Die Ausstellung ist Teil der transkulturellen Arbeit und möchte Raum schaffen für Verständnis, Auseinandersetzung und Verständigung. Die Werke bieten einen eindrucksvollen Einblick in die Perspektiven der Kinder.
Geschäftsführerin Heidi Bäumgen und Chefarzt Gregor Schmid eröffneten den Abend mit einem Grußwort, bevor Kurator Ingo Nitsche die Ausstellung vorstellte. Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur betonte in ihrem Grußwort: „Manchmal reicht ein kleines Licht am Ende eines Tunnels. Ein Moment, in dem ein Kind spürt: Ich bin sicher. Jemand sieht mich. Jemand glaubt an mich. Solche Augenblicke können den Mut geben, wieder nach vorne zu schauen."
Kunst: Zugang zu traumatischen Erfahrungen
Professor Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Leitung Abteilung Transkulturelle Psychosomatik, sprach in seinem Vortrag „Kunst als Sprache der Seele“ über die Bedeutung von Kunst in der Traumaforschung. „Kinder, die Traumatisches in Krieg, Flucht, Verlust oder Gewalt erlebt haben, finden oft nur schwer Worte für das, was sie bewegt“, erklärte er. „Diese Ausstellung ist ein Beweis für ihren Mut. Sie zeigt, dass jedes Kind die Fähigkeit zur Heilung in sich trägt, wenn wir ihm den Raum hierzu geben. Kunst als Sprache der Seele zeigt uns, dass Heilung dort beginnt, wo Ausdruck möglich wird.“
Die Bilder werden anonym gezeigt. „Es geht uns darum, den Kindern und ihren Geschichten einen würdevollen Raum zu geben. Die Ausstellung soll berühren, sensibilisieren und Verständnis wecken“, betonte Chefarzt Gregor Schmid.
Umrahmt wurde die Vernissage durch musikalische Beiträge mit berührenden Liedern von Pop- und Soulsängerin Jenna Akua und einer jungen Violinistin. Beim anschließenden Get-together nutzten die 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die eindrücklichen, emotionalen Gedanken der Grußworte sowie die Werke auf sich wirken zu lassen und sich auszutauschen.
Ein großes Dankeschön für die tolle Organisation und Durchführung geht an das Klinik-Team: Bettina Limberger, Alexandra Böhme, Sandra Löffler, Oezge Poyraz, Mona Kizilhan und Ulrike Hettich-Wittmann.
Die Ausstellung kann bis zum 6. Dezember 2025 täglich bis 18 Uhr kostenfrei in der Klinik am Vogelsang in Donaueschingen besichtigt werden.
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Über die MEDICLIN Klinik am Vogelsang
Die MEDICLIN Klinik am Vogelsang in Donaueschingen ist eine Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin. Die Schwerpunkte der Einrichtung liegen in der Behandlung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, funktionellen Störungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, nichtorganischen Schlafstörungen sowie Anpassungsstörungen im beruflichen und sozialen Bereich. Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik ist die transkulturelle psychosomatische Rehabilitationsbehandlung in der Muttersprache der Patient*innen, in der kulturspezifische Aspekte von Krankheitsverständnis und Krankheitsverarbeitung Berücksichtigung finden. Die Klinik verfügt über 126 Betten und beschäftigt rund 85 Mitarbeiter*innen.
Am MEDICLIN-Standort Donaueschingen befindet sich neben der Klinik am Vogelsang auch das MEDICLIN Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen.
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