Trotz Ozempic-Hype: Mehr Körpervielfalt auf deutschen Lifestyle-Covern?

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Readly analysiert über 350 Titelbilder und präsentiert ergänzende Ipsos-Umfrageergebnisse – Menschen sehnen sich nach echter Vielfalt

Während Schlankheitsmittel wie Ozempic die Körperideale auf Social Media und im Alltag spürbar verändern, zeigt eine aktuelle Analyse der digitalen Magazin- und Zeitungsplattform Readly: Auf den Covern deutscher Frauen- und Lifestylemagazine wird der Körper langsam diverser dargestellt – trotz erneutem Abnehmboom. Readly wertete insgesamt 353 Coverbilder der zehn einflussreichsten deutschen Lifestyle-Magazine aus den Jahren 2018 und 2024 aus. Das Ergebnis: Der Anteil sogenannter Mid-Size-Körper auf den Titelseiten ist von 0,55 % im Jahr 2018 auf 4,7 % im Jahr 2024 gestiegen. Plus-Size-Körper? Fehlanzeige. Auf keinem der untersuchten Magazine fanden sich Models jenseits der Mid-Size. Zusätzlich wurden durch Ipsos über 1000 Personen nach ihrer Meinung zur aktuellen Body Positivity Entwicklung befragt.

 

Wie sehen Covergesichter heute aus? Die Analyse zeigt: Schlanke Frauen dominieren das visuelle Bild der Magazine. (Quelle: Readly, KI-generiert)

 

Cover haben Signalwirkung

“Cover sind mehr als nur Bilder - sie prägen unsere Vorstellung davon, wer schön, erfolgreich und sichtbar ist. Dass es trotz Ozempic-Trend erste Fortschritte bei der Körpervielfalt gibt, ist ermutigend, aber wir stehen noch ganz am Anfang”, sagt Marie-Sophie von Bibra, Geschäftsführerin DACH bei Readly. Noch deutlicher wird der gesellschaftliche Wandel durch die Ergebnisse der repräsentativen Ipsos Umfrage, die im Auftrag von Readly durchgeführt wurde:

 

        62 % der Befragten geben an, dass ihnen die Body Positivity Bewegung wichtig ist.

        63 % wünschen sich eine größere Vielfalt unter öffentlichen Persönlichkeiten – etwa in Medien, Werbung, Politik oder Popkultur.

        Nur 14 % der Befragten haben kein Problem mit retuschierten Bildern.

 

Schönheit ist kein Size-Zero Konzept

 

Influencerin, Autorin und Body Positivity Aktivistin Melodie Michelberger betont: „Wer ständig nur dieselben Körpertypen auf Covern sieht, lernt, dass andere Körper nicht dazugehören. Diese Einseitigkeit ist kein Versehen – sie ist Ausschluss mit Ansage. Und sie steht im Widerspruch zu dem, was sich so viele Frauen wünschen: Die Sichtbarkeit vielfältiger Körpertypen.“

 

Rückkehr zu alten Idealen?

Während Readlys Coveranalyse Fortschritte in Richtung Körpervielfalt zeigt, beobachten Expert:innen und Medien eine gegenläufige Tendenz: In der Modewelt und Popkultur erleben extrem schlanke Körperbilder eine Renaissance und manche sprechen bereits von einer Rückkehr des "Heroin Chic" der 90er Jahre. Diese Entwicklung unterstreicht, wie wichtig sichtbare Vielfalt bleibt.„Die Zahlen zeigen deutlich: Die Menschen wünschen sich mehr Echtheit und Sichtbarkeit – nicht nur auf Social Media, sondern auch in klassischen Medienformaten wie Magazinen“, sagt Marie-Sophie von Bibra, Geschäftsführerin DACH bei Readly.

*Die Analyse umfasst 353 Titelbilder aus den Jahren 2018 und 2024. Bewertet wurden alle Personen auf den Covern der zehn einflussreichsten deutschen Lifestyle- und Frauen-Magazine. Die Einordnung in Körpertypen erfolgte durch eine visuelle Klassifikation in Straight-, Mid- und Plus-Size. Die repräsentative Online-Umfrage wurde im März 2025 von Ipsos im Auftrag von Readly durchgeführt. 1.000 Personen in Deutschland wurden befragt. Vergleichsdaten aus Schweden und Großbritannien liegen ebenfalls vor.

Katharina Braun

katharina.braun@readly.com 

+49.176 62 77 82 00

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