Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz: Daikin sieht klimapolitischen Rückschritt
Unterhaching, 26. Februar 2026 – Die am 24.02.2026 veröffentlichten Eckpunkte der Koalition für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) bewertet Daikin kritisch. Aus Sicht des Herstellers von Wärmepumpen-, Lüftungs-, Kälte- und Klimatechnik setzen die geplanten Änderungen falsche Signale sowohl für den Klimaschutz im Gebäudesektor als auch für Endverbraucher[1].
Grüngas-Quote ersetzt verbindlichen Transformationspfad
Die bislang geltende 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) soll aufgehoben und durch eine Grüngas- bzw. Grünöl-Quote ersetzt werden. Demnach müssen neu eingebaute Öl- oder Gasheizungen, ab 01.01.2029 einen Anteil von 10% an CO2-neutralen Brennstoffen nutzen. Bis 2040 wird dieser Anteil in drei Schritten erhöht (Bio-Treppe). Auf welchen Wert dieser Anteil gesteigert werden soll, lassen die Eckpunkte offen. Somit ist unklar, ob bis 2045 überhaupt ein Anteil von 100% CO2-neutraler Brennstoffe erreicht wird. Die Formulierung „Dabei halten wir die Klimaziele im Blick“ ist diesbezüglich nicht eindeutig.
Zusätzlich zu den Regelungen für neu installierte Heizungen wird auch für die Inverkehrbringer von Erdgas bzw. Heizöl ab 2028 eine Beimischung von 1% „klimafreundlicher“ Brennstoffe verpflichtend eingeführt. Dazu zählen unter anderem Biomethan, grüner, blauer, orangener und türkiser Wasserstoff, Wasserstoffderivate sowie synthetisches Methan und Bioöl. Diese Quote soll danach sukzessive ansteigen. Auf welchem Pfad diese Quote ansteigen soll, wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Ziel dieser Regelung ist es, verschiedene Heiztechnologien weiterhin zu ermöglichen und fossile Systeme schrittweise durch Beimischungen klimaneutraler Energieträger weiter zu betreiben.
„Mit der vorgesehenen Abschaffung der 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen und der Einführung einer Grüngas- beziehungsweise Grünöl-Quote für Gas- und Ölheizungen stärkt die Koalition fossile Heizungen. Gleichzeitig ist absehbar, dass der Gebäudesektor seine Klimaziele weiterhin deutlich verfehlen dürfte. Denn der in den Eckpunkten genannte zusätzliche Minderungsbeitrag von zwei Millionen Tonnen CO₂ bis 2030 steht in keinem Verhältnis zur bis dahin prognostizierten Zielverfehlung von rund 110 Millionen Tonnen CO₂“, betont Martin Krutz, Geschäftsführer der Daikin Airconditioning Germany GmbH.
Wirtschaftliche Risiken für Hauseigentümer
Aus Sicht von Daikin birgt die erneute Öffnung für fossile Heizsysteme auch wirtschaftliche Risiken für Haus- und Wohnungseigentümer. Denn die Wahl eines Heizsystems ist eine langfristige Investitionsentscheidung. Wer sich heute für eine Öl- oder Gasheizung entscheidet, bindet sich an steigende CO₂-Preise, regulatorische Unsicherheiten sowie perspektivisch hohe Kosten für die Bereitstellung und Beimischung von Biogas oder Bioöl. Mittel- und langfristig kann dies zu einem erheblichen Kostenrisiko werden.
Hinzu kommt, dass der Einsatz von grünem Wasserstoff im dezentralen Wärmemarkt aufgrund erheblicher Umwandlungsverluste energetisch ineffizient und kostenintensiv ist. Zudem bleibt offen, in welchen Mengen entsprechende Energieträger tatsächlich verfügbar sein werden – auch mit Blick darauf, dass Biomethan und grüner Wasserstoff vor allem auch in der Industrie gebraucht werden und dort aus volkswirtschaftlicher Perspektive einen höheren Nutzen entfalten als im privaten Heizungskeller.
Förderzusage und europäischer Rahmen als positive Elemente
Positiv bewertet Daikin die angekündigte Absicherung der Förderung für Wärmepumpen bis mindestens 2029. Entscheidend wird jedoch sein, wie verbindlich und in welchem Umfang die dafür benötigten Mittel tatsächlich hinterlegt werden. Ebenso begrüßt das Unternehmen die geplante 1:1-Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) in deutsches Recht, da sie einen verlässlichen regulatorischen Rahmen schaffen kann.
Markttrend spricht für Wärmepumpen
Der Heizungsmarkt zeigte in den vergangenen Monaten bereits eine klare Entwicklung: Viele Eigentümer entschieden sich beim Heizungstausch für die Wärmepumpe – aufgrund hoher Effizienz, niedrigerer Betriebskosten und langfristiger Werthaltigkeit der Immobilie. Vor diesem Hintergrund dürften die vorgelegten Eckpunkte die Attraktivität der Wärmepumpe eher erhöhen als schwächen.
Offen bleibt aus Sicht von Daikin, ob das auf Basis der Eckpunkte ausformulierte Gesetz klimapolitisch dem bisherigen Gesetz gleichwertig sein und einer rechtlichen Überprüfung standhalten wird. Solange hier zentrale Fragen ungeklärt sind, bleiben Unsicherheiten für Industrie, Handwerk, Hauseigentümer und Investoren bestehen.

Wärmepumpen bleiben auch vor dem Hintergrund der veröffentlichen Eckpunkte zum geplanten GMG eine wirtschaftlich und systemisch effiziente Heizlösung. © Daikin
[1] Es sind stets Personen jeden Geschlechts gemeint; aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet.
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Daikin Airconditioning Germany GmbH
Die Daikin Airconditioning Germany GmbH mit Sitz in Unterhaching bei München vertreibt seit über 25 Jahren hochwertige, energieeffiziente Heizsysteme, Wärmepumpen sowie Klimaanlagen für Privatmarkt, Gewerbe und Industrie. Für den gewerblichen Bereich bietet Daikin zudem Lüftungsanlagen sowie Kaltwassersätze und Großwärmepumpen an. Die deutsche Tochtergesellschaft von Daikin Europe N.V. beschäftigt ca. 650 Mitarbeiter in Deutschland.
Daikin Europe N.V.
Daikin Europe N.V. hat seit über 50 Jahren seinen Sitz im belgischen Ostende. Das Unternehmen beschäftigt in der EMEA-Region über 13.800 Mitarbeiter in 58 Tochtergesellschaften und produziert an 14 Produktionsstätten in Europa (Belgien, der Tschechischen Republik, Deutschland, Italien, Spanien, Österreich, Polen, dem Vereinigten Königreich, der Türkei) sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Königreich Saudi-Arabien. Im Geschäftsjahr 2024/2025 (1. April 2024 bis 31. März 2025) erzielte Daikin Europe N.V. einen Umsatz von
5 Milliarden Euro.
Daikin Industries Ltd.
Daikin Industries Ltd. mit Sitz in Osaka, Japan, beschäftigt weltweit über 100.000 Mitarbeiter und erzielte 2024/2025 einen Umsatz von 28,98 Milliarden Euro. Das Unternehmen wurde 1924 gegründet und ist ein weltweit führender Hersteller für Wärmepumpen- und Klimasysteme.
Führender Hersteller für Wärmepumpentechnologie in Europa
Mit über 100 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Heiz- und Klimalösungen ist Daikin heute ein führender Hersteller für Wärmepumpentechnologie. So gehören die Produktserien Daikin Altherma für private Anwendungen mit etwa 1.400.000 verkauften Geräten und Daikin VRV zu den meistverkauften Wärmepumpensystemen in Europa. In den letzten Jahren hat Daikin sein Produktportfolio komplettiert und in Europa seine Marktpräsenz in der Heiztechnik sowie Gewerbe- und Industriekälte stark ausgebaut. Dazu übernahm Daikin Europe N.V. die Zanotti S.p.A., einen italienischen Hersteller von Industrie- und Transportkühlung sowie Systemen zur Luftbehandlung und -entfeuchtung. Außerdem wurde Tewis Smart Systems S.L., ein Spezialist für standardisierte und kundenspezifische Kältelösungen sowie der österreichische Kältetechnik-Produzent AHT, der gewerbliche Lösungen für Normal- und Tiefkühlung anbietet, ein Teil der Daikin Gruppe
Produktion in Europa für Europa
Daikin verfolgt seit jeher die Nahversorgungsstrategie. Das bedeutet, dass nahe an den Märkten produziert wird, die Daikin bedient. Die Produktion der in Europa verkauften Daikin Luft-Wasser-Wärmepumpen für Privathaushalte findet komplett in Europa statt. Zudem ist Daikin der weltweit einzige Klimaanlagenhersteller, der alle wichtigen Komponenten wie Kältemittel, Kompressoren und Elektronik selbst entwickelt und produziert.