Sudan-Krieg geht ins dritte Jahr: ein Alptraum für Kinder

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„Hunger breitet sich weiter aus und trifft vor allem die Schwächsten“ 
World Vision: Konferenz in London kann Hoffnungssignal aussenden

Friedrichsdorf / Port Sudan, 11. April 2025. Im Sudan leiden Kinder unter einer der schlimmsten Notsituationen weltweit. Während die Kriegshandlungen ins dritte Jahr gehen, schwinden ihre Chancen auf ein gesundes Aufwachsen jeden Tag mehr: durch Hungersnöte und den Ausbruch von Cholera am Weißen Nil könnten in den kommenden Wochen mehrere hunderttausend Kinder sterben, warnt die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision. 

„Wenn Hilfen in Folge von Finanzkürzungen heruntergefahren werden müssen, hat das in dieser Krise fatale Folgen“, sagt Ekkehard Forberg, World Vision Experte für Humanitäre Hilfe in Konfliktgebieten.  „Die Ministerkonferenz zum Sudan am 15. April kann ein Hoffnungssignal aussenden, indem sie Hilfen für ein Überleben in Würde bereitstellt und durch humanitäre Diplomatie den Zugang für Hilfsorganisationen verbessert. Jeder noch so kleine Fortschritt hilft, Kinderleben zu retten.“ 

Drei von fünf Menschen im Sudan (insgesamt rund 30,4 Millionen Menschen) sind inzwischen auf humanitäre Hilfe angewiesen – für die es aber bisher in vielen Gebieten keinen gesicherten Zugang und auch keine ausreichende Finanzierung gibt. „Krank zu werden im Sudan ist ein Albtraum“, schildert der lokale Helfer Nagmeldin Mohammed Abdallah seine persönlichen Erfahrungen. Er beobachtet auch, „dass sich Hunger im Land immer weiter ausbreitet und vor allem die Schwächsten trifft.“

Um die Situation zu verbessern, unterstützt World Vision gefährdete Familien sowohl mit Nahrungsmitteln als auch bei Gesundheitsvorsorge und medizinischer Hilfe. Dabei kommen in Ost-Darfur auch mobile Kliniken zum Einsatz, deren Arbeit durch das Auswärtige Amt gefördert wird. Parallel arbeitet die Organisation daran, die Ernährungslage durch Zusammenarbeit mit Landwirten zu verbessern.

„Da derzeit 90 Prozent der Kinder keine Schulen besuchen können und Millionen Familien durch den Konflikt auseinandergerissen wurden, fehlen den meisten Kindern im Sudan wichtige Schutzräume“, sagt Ekkehard Forberg. „Sie können leicht verletzt, missbraucht oder rekrutiert werden.“ Schutzmaßnahmen könnten Leben retten und Traumata verhindern – sie dürften bei humanitärer Hilfe nicht hintenangestellt werden.

World Vision hat in den letzten zwei Jahren rund 125.000 gefährdete Mädchen und Jungen durch Kinderschutzprogramme sowie knapp 97.000 Menschen mit psychosozialer Hilfe unterstützt - im Sudan sowie in Nachbarländern, in denen flüchtende Menschen aufgenommen wurden. Auch mit lokaler Friedensförderung , die beispielsweise Streit um knappe Ressourcen entschärft, versucht die Organisation einen Beitrag zu besseren, sichereren Lebensbedingungen zu leisten.

„Alle Fortschritte, die wir gemeinsam mit Partnern erreichen, sind allerdings durch die fortgesetzten Kämpfe bedroht“, warnt Ekkehard Forberg. „In einer weiteren Ausweitung der Gewalt – etwa durch eine Vermischung der Konflikte in Sudan und Südsudan – liegt derzeit das größte Eskalationspotential. Für die Zukunft der Kinder bleibt zu hoffen, dass es möglichst bald gelingt, wieder Gespräche und Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien in Gang zu bringen.“

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Krank zu werden im Sudan ist ein Albtraum.
Lokale Helfer Nagmeldin Mohammed Abdallah